Belegung der Gemeinschaftsunterkunft Gartenstrasse 51 mit Asylbewerbern
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Gemünden,
die Stadt Gemünden a.Main informiert Sie heute darüber, dass auf Initiative und Einladung des 1. Bürgermeisters die Regierung von Unterfranken in der öffentlichen Stadtratssitzung am 12.12.2011 eine umfassende Information zum aktuellen Sachstand zur künftigen Belegung der Gemeinschaftsunterkunft in der Gartenstrasse 51 in Gemünden a.Main gegeben hat. Die Stadt Gemünden will mit der heutigen Bekanntmachung zur Aufklärung ihrer Bürgerinnen und Bürger beitragen.
Als 1. Bürgermeister ist es mir ein persönliches Anliegen, dass Sie über dieses, für die gesamte Stadt Gemünden wichtige, aber auch schwierige Thema informiert werden, dass die geäußerten Bedenken und Sorgen der Nachbarn ernst genommen werden, und auch, dass mit ehrlichen Worten heute dazu beigetragen werden kann, vorhandene Ängste abzubauen.
Erstmals können jetzt konkrete Angaben zum Asylbewerber-Wohnheim in Gemünden gemacht werden, vorher konnten nur vage Aussagen bzw. ungenaue Plan-Angaben seitens der Regierung von Unterfranken getätigt werden. Nach heutigem Kenntnisstand soll die Gemeinschaftsunterkunft Ende Januar 2012 bezugsfertig sein und voraussichtlich mit bis zu 60 Asylbewerbern belegt werden.
Wie die Öffentlichkeit bereits in der Stadtratssitzung am Montag, 12.12.2011 unterrichtet wurde, hat die Regierung von Unterfranken als zuständige staatliche Behörde den Wohnblock von einem privaten Eigentümer angemietet, um die steigende Anzahl der Asylbewerber unterbringen zu können.
Nach der General-Sanierung des Gebäudeblocks ist ab Ende Januar 2012 mit der Belegung zu rechnen. In Unterfranken leben nach den Angaben der Regierung von Unterfranken zurzeit um die 2.300 Asylbewerber, davon ca. 1.500 Asylbewerber in 14 Gemeinschaftsunterkünften; die Asylbewerber bleiben im Regelfall zwei bis drei Jahre in der Einrichtung.
Welche Nationalitäten in Gemünden untergebracht werden, steht momentan noch nicht fest. Nach Auskunft der Regierung von Unterfranken werden vermutlich in erster Linie Flüchtlinge aus den Ländern Irak, Kosovo und Afghanistan zugewiesen. Bei der Verteilung wird nach Angaben der Regierung von Unterfranken auf eine religiös und politisch passende Mischung der Bewohner geachtet; die Asylbewerber werden seitens der Regierung von Unterfranken nach Gemünden befördert. In der Gemeinschaftsunterkunft sollen ein Hausmeisterdienst, ein Verwaltungs-Ansprechpartner und Flüchtlingsberatungsstunden eingerichtet werden.
Die Stadt Gemünden a.Main bittet in diesem Zusammenhang um die Unterstützung der gesamten Bevölkerung, den neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern gegenüber ohne Vorurteile zu begegnen und diese gemeinsame, humanitär-christliche Aufgabe mit Anstand und mit der notwendigen Sensibilität anzugehen.
Die Stadt Gemünden a.Main hat laut den Angaben der Regierung von Unterfranken keinen Rechtsanspruch auf die Beteiligung am staatlichen Asylbewerber-Unterbringungsverfahren, und damit eigentlich nur geringe Einflussmöglichkeiten. Die Stadt Gemünden nimmt sich jedoch der - mit dem Thema verbundenen - Anliegen der Bewohner Gemündens an und vertritt die Interessen unserer Bürger.
Obgleich sich die Stadt Gemünden a.Main weiterhin um eine personelle Verstärkung der örtlichen Polizeistation und damit um eine Verbesserung der Sicherheitssituation bemüht, soll dennoch nicht unerwähnt bleiben, dass den Asylbewerbern - ohne Vorurteile - menschlich begegnet werden soll.
Ich wünsche mir, dass mit Hilfe von ehrenamtlichen Einsätzen unserer Bürger die Lebensumstände der künftigen Asylbewerber, wie bis 2007, wieder positiv begleitet werden können. Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, ich danke Ihnen bereits heute im Voraus, dass Sie Verständnis für die Situation der Menschen, die bei uns Asyl suchen, haben, dass Sie ihnen eine Chance geben und dass Sie sich zum Wohle der neuen Mitbürger einbringen.
Gemünden a.Main, 15.12.2011
STADT GEMÜNDEN A.MAIN
gez. Georg O n d r a s c h
1. Bürgermeister



